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Testosteron im Klassenzimmer! Eine Azubi klagt an

23.05.2011 von Ramona Tschuppert   Facebook Twitter Mail

Den Schulalltag als Grafikstudentin habe ich mir in etwa so vorgestellt:

Jeder sitzt hinter dem Kompi, knobelt an seinen Projekten herum. Dann mal ein Kaffee, mal eine Besprechung, mal ein kleiner Schwatz zwischendurch … Die Mitschüler kommen mit ihren Rennfahrrädern zur Schule, die Hornbrillen sitzen perfekt, die Farben der Kleider sind optimal aufeinander abgestimmt, als ob am Morgen ein Pantonefächer bei der Kleiderauswahl zur Hilfe genommen worden ist. Die schwarzen Socken sind nach Gradheit der Verwaschenheit in der Schublade geordnet: 10%, 20%, 30%, …

ABER! Die Realität ist anders:

«Being a Dickhead‘s Cool», so hiess der Riesenhit, welcher vor allem im ersten Semester immer und immer wieder aus irgendeiner Ecken des Klassenzimmers zu hören war. «Dickheads» mit trendigen Schnäuzchen und Röhrlijeans, wer will die schon?, lautete die Devise. «Nor no am style!, Hei Mann, das fühl ech so ned!, Voll de Swag!, Wer dued eine uf?, Wo esch de Ball?, Gay-Sex.» – um nur ein paar Beispiel von Satzfetzen zu erwähnen, welche manchmal im Klassenzimmer herumschwirren.

Energisch wird die Türe zum Nebenzimmer geöffnet: «Wir sind hier ja nicht im Kasino!!!», lässt unser Typografieprofessor lautstark von sich hören, «Da kann sich ja kein Schwein konzentrieren!» Wo er Recht hat, da hat er Recht! Beklagt sich jemand aus der Klasse, zu 99,99 Prozent ja sowieso jemand dem weiblich Geschlecht abstammend, wird diejenige ja sowieso überstimmt, bei nur sieben Girls kein Wunder.

Nun kann man sich die Frage stellen: Was ist besser? Introvertierte Studis, welche sich kaum auszutauschen wagen oder eine lebendige Klasse, welche die Lehrer ständig auf Trab hält? Für mich ist der Fall klar. Obwohl mir manchmal fast die Nervensynapsen platzen, macht es so viel mehr Spass zur Schule zu kommen. Und falls es mir dann doch mal zu bunt wird, dann denke ich: «Buebe, chönder ned mou chli stöu si?» und stecke die Ohrenstöpsel.

 

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